Freitag, 4. Juli 2008

Der Tierpark Kastel

Mainz-Kastel - Der kleine "Tierpark Kastel" im Biotop Petersberg zeigt Besuchern in familiärer Atmosphäre die heimische Tierwelt. Er liegt in Nachbarschaft des Aquaristik-Vereins "Cyperus" und des Gewerbegebietes Mainz-Kastel (Stadtkreis Wiesbaden) in Hessen.

Zu sehen sind Ziegen, Schafe, Ponys, Hasen, Gänse, Enten, Hühner, Wasserschildkröten, Fische und ein Bienenvolk. Im Streichelgehege können Kinder ihre vierbeinigen Freude anfassen. Fotografen und Hobbyfilmer finden an den Gehegen und Teichen viele interessante Pflanzen- und Tiermotive. Kinder können nach einem Rundgang einen kleinen Spielplatz nutzen und Erwachsene sich ausruhen.

Der „Tierpark Kastel“ wird vor allem durch Spenden finanziert und von ehrenamtlichen Helfern/innen aus dem Vorstand und wenigen Vereinsmitgliedern betrieben. Auf Wunsch werden für Kindergärten oder Schulen Führungen durchgeführt. Der Eintritt ist frei, aber Spenden und der Kauf von Tierfutter sind sehr willkommen.

Die Anfänge des "Tierparks Kastel" reichen bis Ende der 1950-er Jahre zurück. Damals holte Franz Geißler (gest. 2000) die ersten Huftiere in den Cyperus-Verein, der eigentlich ein Aquaristik-Verein ist, auf das Gelände am Petersberg. Als immer mehr Tiere hinzukamen, ging der Tierpark Kastel aus dem Cyperus-Verein hervor. 1968 wurde der Verein zur Erhaltung und Förderung des Tiergartens Mainz-Kastel gegründet.

Mehrfach war der Fortbestand des idyllisch gelegenen "Tierparks Kastel" in Gefahr. Aber immer wieder erreichten engagierte Freunde des Tierparks, dass es weiter ging.

Im Sommer 1997 gründete der Stadtrat Rainer Schuster die Arbeitsgemeinschaft Biotop Petersberg. Diese sieht das ganze Gelände als Einheit an und will es als Naherholungsgebiet für die Bevölkerung in den Wiesbadener Stadtteilen Amöneburg, Kastel und Kostheim erhalten.

Tierpark Kastel
Untererer Zwerchweg
55252 Mainz-Kastel
http://www.tierpark-kastel.de
Tierpark (at) mainz-kastel.de
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Samstag: 10-17 Uhr
Sonntag: 11-17 Uhr
Montag: geschlossen
In den Wintermonaten vom 1. November bis zum 31. März wird 1 Stunde früher geschlossen!

Donnerstag, 3. Juli 2008

Der Glockenbecher vom Petersberg in Mainz-Kastel

Der archäologische Fund eines geometrisch verzierten tönernen Glockenbechers vom Petersberg in Mainz-Kastel belegt die Anwesenheit von Angehörigen der so genannten Glockenbecher-Kultur, die in der Jungsteinzeit von etwa 2500 bis 2000 v. Chr. nachweisbar ist. Die Bezeichnung Glockenbecher-Kultur fußt auf dem weitmundigen Becher in Gestalt einer umgestülpten Glocke, der als typisches Tongefäß jener Kultur gilt. Jene Kultur war von Portugal im Westen bis nach Ungarn im Osten sowie von Italien im Süden bis nach England im Norden verbreitet. Außer in den genannten Ländern war sie auch in Spanien, Frankreich, Holland, Deutschland, der Schweiz, Österreich, der Tschechoslowakei und Polen vertreten. Der Glockenbecher vom Petersberg wird im Landesmuseum Mainz aufbewahrt.

Literatur über Mainz-Kastel

DIEHL, Fritz: Von Castellum bis Kastel, Mainz-Kastel 1985
DIEHL, Fritz: 2000 Jahre Kastel. Jubiläumsbuch zur 2000-Jahr-Feier, Mainz-Kastel 1990
DIEHL, Fritz: 2000 Jahre Kastel in Wort und Bild, Mainz-Kastel 1990

Freitag, 27. Juni 2008

Video: "Idylle im Cyperus-Park von Mainz-Kastel"



Video: "Idylle im Cyperus-Park von Mainz-Kastel" von "urzeit" bei Youtube
http://de.youtube.com/watch?v=4eiLD9PtVng

Beschreibung des Videoclips:

Der Cyperus-Park des „Vereins für Aquarien- und Terrarienkunde und Naturschutz e. V. 1901 Mainz" am Petersberg in Mainz-Kastel (Stadtkreis Wiesbaden) bietet zahlreiche botanische und zoologische Attraktionen: von drei Quellen gespeiste Naturweiher, alte Buchen, Ulmen und Weiden sowie ein Schauhaus mit Terrarien.

Kubach Rubies GmbH und Co. KG in Mainz-Kastel

1921 gründete Karl Kubach eine Herrenmützenfabrik. Diese zog 1930 in ein Haus der Straße „In der Witz“ in Mainz-Kastel ein, in dem sich vorher ein Lazarett der französischen Besatzungsarmee befunden hatte. 1944 wurde das Gebäude bei einem Bombenangriff der Allierten bis auf die Grundmauern zerstört und die Mützenfabrik ausgelagert. 1955 begann die Produktion von Karnevalskostümen durch Ernst und Edith Kubach. Die deutsche Produktion wurde bis Anfang der 1970-er Jahre ausgebaut. Damals beschäftigte das Unternehmen bis zu 160 Mitarbeiter. Später verlagerte man – wie in der Bekleidungsinstrie üblich – die Produktion ins Ausland. Die Marktposition der KONFETTI-Kostümkollektion – heute eine der führenden europäischen Marken – wurde permanent gestärkt. Neben der Karnevalskostümkollektion werden auf Kindermützen und Accessoires der Marken „SONNI“ und „Charles Castello“ vertrieben. Diese Kollektionen zählen zu den führenden deutschen Marken bei Kindermützen und Accessoires. 1998 wurde die mehr als 75 Jahre bestehende Firma Kubach an die Firma Rubie’s New York, den Weltmarktführer im Bereich Halloween, Karneval und Lizenzartikel, verkauft. Ab Februar 1999 hieß die Firma Kubach Rubies GmbH & Co. KG. Seitdem werden zusätzlich zu den eigengefertigten Kollektionen auch die Rubie’s Halloween,
Karnevals- und Lizenzkostüme für Deutschland, Österreich, die Schweiz, Holland, Belgien, Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland vertrieben. Über 200 neue Modelle jährlich sprechen für die Kreativität des Unternehmens. Produktionsstätten in Südamerika, Nordafrika, Europa und Asien erlauben ein interessantes Preis-/Leistungsverhältnis. Basis für die ideenreiche Kollektion sind ausschließlich eigene Stoffkreationen. Mehr als 600 verschiedene Kostüme werden mit einem Riesenangebot an Masken, Perücken, Hüten und sonstigen Accessoires ergänzt. Lizenzen liegen vor für Star Wars Classic, Star Wars Episode 1, Star Trek, Batman, Harry Potter, Superman, Universal Monsters, McDonalds, Power Rangers, Wizard of Oz, Tiny Toons, Flintstones und Tales of the Crypt. Von den mehr als 60 Lizenzen für den amerikanischen Markt werden immer mehr auch für Europa übernommen.

Das Casino zum Frohsinn 1886 in Mainz-Kastel

Das „Casino zum Frohsinn 1886“ wurde im Herbst 1886 gegründet. Es gehört zu den zehn ältesten Karnevalsvereinen Deutschlands. Noch älter sind folgende acht Vereine: Carneval Verein Bad Camberg (1832), Binger Carneval Verein (1833), Mainzer Ranzengarde (1837), Mainzer Carneval Verein (1838), Wormser „Narhalla“ (1840), Karneval-Gesellschaft „Narhalla“ Darmstadt (1846), Haubinger Fastnachtsgesellschaft (1857), Wiesbadener Carneval-Gesellschaft „Sprudel“ (1862). 1909 erfolgte die Gründung des Komitees im Vereinshaus „Casino zum Frohsinn“. 1895 verlieh der Großherzog von Hessen-Darmstadt das Korporationsrecht.

Die Freiwillige Feuerwehr Mainz-Kastel

Die Geburtsstunde der „Freiwilligen Feuerwehr Mainz-Kastel“ schlug am 16. Juni 1866, als Mitglieder der „Kasteler Demokratischen Turngemeinde von 1846“ auf Betreiben von Jakob Schick eine Turnerfeuerwehr gründeten. 1934 trennte sich die Wehr von den Turnern und hieß von da ab „Freiwillige Feuerwehr Mainz-Kastel 1866“. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte am 14. Dezember 1947 die Wiedergründung. Das Gerätehaus und das Feuerwehrheim befinden sich „In der Witz 20“.

Die Kasteler Fußballvereinigung 06 e. V.

Die „Kasteler Fußballvereinigung 06 e. V.“ (KFV) wurde 1906 in der Gaststätte „August Hambach“ (heute „Piccolo“) in Kastel gegründet. Ihre Vereinsfarben sind Gelb-Schwarz. Das Vereinsheim befindet sich im Bereich des KFV-Stadions.

Der Kasteler Krankenhaus-Verein

Der „Kasteler Krankenhaus-Verein“ (KKV) wurde am 12. November 1889 im Stadtratssaal des Stadthauses in Kastel von Sanitätsrat Dr. Wallenstein für die Einwohner von Kastel und Amöneburg gegründet. Fortan leisteten seine Mitglieder auf vielen sozialen Gebieten wichtige Hilfe. Als Vereinshaus diente anfangs das Brauhaus „Zum goldenen Anker“. Während des Zweiten Weltkrieges (1939–1945) und danach ruhte die Vereinarbeit. In den 1960-er Jahren stieß man durch die Bautätigkeit in Mainz-Kastel auf die Grundstücke des KKV. Man sprach den Heimatforscher Kurt Hebach an und dieser aktivierte den KKV wieder. Seit 1974 wird die Gemeindekrankenpflege vom KKV finanziert. Ab 1980 wirkte er als Träger der Zentrale für ambulante Dienste im Bereich von Amöneburg, Kastel und Kostheim. Weil die Satzungen von 1889 nur eine Verwendung des Vermögens in Kastel und Amöneburg vorschrieben, mussten diese um Kostheim erweitert werden. Der Kasteler Krankenhausverein nimmt heute die Aufgaben einer Sozialstation wahr: Er bietet häusliche Alten- und Krankenpflege, Vorbeugungsmaßnahmen sowie die Ausführung ärztlicher Verordnungen wie Injektionen, Anlegen von Verbänden, Setzen von Kathedern und Spülungen. Die zur Pflege benötigten Hilfsmittel wie Krankenbetten, Toiletten- und Rollstühle stellt der KKV zur Verfügung. Für die Patienten sind die Pflege und Betreuung kostenlos. Die Pflegetätigkeiten werden von examinierten Fachkräften vorgenommen. Zivildienstleistende erledigen Einkäufe für kranke und alte Menschen, führen kleine Hausarbeiten aus und begleiten die Patienten zu Arztbesuchen. Ein diplomierter Sportlehrer leitet einen Turnunterricht für haltungssschwache Schulkinder der ersten Schuljahre. Die Aktivitäten des KKV werden vor allem durch sein Vermögen finanziert.

Die Kasteler Musikanten - Katholische Kirchenmusik von 1926 e. V.

Im Spätsommer 1926 entschlossen sich einige junge Männer aus Mainz-Kastel, gemeinsam zu musizieren. Anfangs probten sie in der Gaststätte „Stehling“ in der Wiesbadener Straße. In der zweiten Jahreshälfte 1926 gewährte der Karnevalsverein „Casino zum Frohsinn – Katholischer Männerverein“ ein Darlehen für die jungen Musiker, damit diese Instrumente und Noten kaufen konnten. Damit war der Grundstein für die Gründung der „Musikabteilung des Katholischen Männervereins“ gelegt. Im Dezember 1926 traten 16 Musiker dem „Katholischen Männerverein“ bei. Als Gründungstag wurde damals der 1. August 1926 festgelegt. In der Folgezeit fanden die Proben im Vereinshaus des Männervereins „Zum Frohsinn“ unter Leitung von Albert Länge statt. Die Musikgruppe spielte bei weltlichen und kirchlichen Anlässen. Nach zahlreichen Proben präsentierte sich die bald auf 20 Musiker angewachsene Bläsergruppe während der Fronleichnamsprozession der Öffentlichkeit. Von 1949 bis 1970 wirkte die Gruppe als Gardekapelle der Kasteler Jokusgarde. 1974 lösten sich die Musiker vom „Casino zum Frohsinn – Katholischer Männerverein“ und waren fortan selbstständig als Verein aktiv. Anfangs dienten die Clubräume der TG Kastel und das Vereinsheim des Kasteler Hundesportvereins in der Ludwig-Wolker-Straße als Probenräume. Später wurden geeignete Räume im Westflügel der Reduit gemietet. Seit 1971 ist die Kapelle als großes Gardemusikcorps der Mainzer Ranzengarde aktiv. Außerdem tritt sie in der Gardeuniform der Mainzer Ranzengarde gemeinsam mit der Garde zum „Kampf gegen Mucker und Philister“ bei zahlreichen Umzügen auf. Seit 1981 führt der Verein jeweils am zweiten Oktoberwochenende in Mainz-Kastel ein zünftiges Oktoberfest durch. 2001 wurde das 75-jährige Jubiläum gefeiert. Die „Kasteler Musikanten“ gestalten Gottesdienste, Trauerfeiern, Hochzeiten, Konzerte, bunte Abende, Frühschoppen und Fastnachtssitzungen.

Der Vereinsring Kastel

In der Gaststätte „Zur Alten Post“ in Mainz-Kastel wurde 1951 der „Vereinsring Kastel“ gegründet. Sein Ziel: die Lösung gemeinsamer Probleme und gegenseitige Hilfe und Loyalität. Initiatoren waren der Kasteler Rektor und Heimatforscher Gottfried Dörr sowie Mathias Beaury, Fritz Diehl, Lorenz Schott, Adolf Schuchmann, Dr. Josef Ebert, Toni Humm und Alex Wittmann. Als erster Vorsitzender fungierte Gottfried Dörr. Dem Vereinsring gehören jeweils zwei Vertreter der angeschlossenen Vereine an.

Ein kleiner Wald namens Glacis in Mainz-Kastel

Bei der Glacis handelte es sich um einen kleinen Wald, der sich über das Gebiet der heutigen Steinern Straße bis zur Kostheimer Gemarkung erstreckte. Auf der Kasteler Seite befand sich die Backsteinmauer der ehemaligen Pionierkaserne, in die man von der Straße In der Witz aus eintrat. Auf der anderen Seite – in Richtung Krautgärten – lag der Entenweiher mit einem kleinen Sumpfgebiet, das sich bis zu den heutigen Krautgärten hinzog. Dort lebten unter anderem Feuersalamander und Laubfrösche. Etwa in der Mitte der Glacis war ein Sportplatz, auf dem die Hand- und Fußballer des Sportvereins „Borussia“ spielten. 1935/1935 wurde die Glacis abgeholzt und das Heeres-Zeugamt errichtet.

Das Gemeindewappen von Mainz-Kastel

Das Gemeindewappen von Kastel hatte im Laufe der Jahrhunderte kein einheitliches Aussehen. Ein Siegel aus dem Jahre 1508 zeigt ein Bild des heiligen Georg. Dagegen sind auf einem Ratssiegel aus dem 17. Jahrhundert mit geteiltem Barockschild zwei Muscheln zu sehen. In dem Werk „Wappen der Städte des Großherzogtums Hessen“ von 1843 wird eine Muschel mit acht Rippen dargestellt. In einem 1885 erschienenen Wappenbuch von J. Siebmacher ist zu lesen, das bis in die Neuzeit geführte Wappen bilde eine silberne Muschel mit acht Rippen in rotem Feld ab und auf dem Wappenschild befinde sich eine rote Krone mit vergoldeten Spitzen. In dem Buch „Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart“ von 1905 meinte Karl Johann Beilmeyer, das Wappen von Kastel sei eine Muschel im roten Schild gewesen, auf dem sich ein goldener Marienkrone-Zinnenkranz befand. Vor der Eingemeindung von Kastel nach Mainz hatte die Muschel auf dem Wappen 22 Rippen. Ein Foto vom 1. April 1908, dem Tag der Eingemeindung, zeigt das Kasteler Stadthaus mit einer Muschel mit sieben Rippen. Das 1960 von Gottfried Dörr veröffentlichte Geschichtsbuch enthält eine Muschel mit Mauerkrone. Anlässlich des 2000-jährigen Bestehens von Kastel wurde 1990 die Muschel auf dem Wappen ebenfalls mit einer Mauerkrone darüber ergänzt, womit man an die Umwehrung Kastels erinnern wollte. Was die Muschel auf dem Kasteler Wappen symbolisiert, ist umstritten. Einerseits heißt es, es solle eine Pilgermuschel gewesen sein, wie man sie als Andenken von einer Pilgerreise zum legendären Grab des heiligen Jakob († 44 n. Chr.) in Santiago de Compostela nahe der Atlantikküste (Spanien) mitbrachte. In Kastel bestand fast 1000 Jahre lang eine „Jakobsbruderschaft“. Andererseits deutet man die Muschel auf dem Wappen als Symbol der Flößer und Färcher (Ruderbootsverkehr). Die Muschel wurde im Laufe der Zeit auch mit neun oder zwölf Rippen und wechselnden Farben dargestellt.

Die Ruthof-Werft in Mainz-Kastel

1872 gründete Christoph Ruthof in Kastel eine Schiffswerft. In der Anfangszeit stellte man die Schiffe noch in Holzbauweise her. Dank des technischen Fortschritts erlebte die Kasteler Schiffswerft einen großen wirtschaftlichen Aufschwung. Bis 1929 wurden rund 1000 Schiffe gebaut: Motorschiffe, Frachtschiffe, Schleppschiffe und Fahrgastschiffe. Ab 1975 war die Ruthof-Werft nicht mehr existenzfähig. 1982 räumte man die Werft von allen Aufbauten. Damit fand eine große Schiffsbau-Epoche am Rhein eine trauriges Ende. Nach dem Firmengründer ist der Christoph-Ruthof-Weg in Mainz-Kastel benannt. Die Originalfahne der Ruthof-Werft wurde von dem Mainz-Kostheimer Bäckermeister Werner Schmitt ersteigert und dem „Museum Castellum“ gestiftet.

Der Kasteler Gewerbeverein

Der „Kasteler Gewerbeverein“ wurde am 21. März 1985 von Kaufleuten, Handwerkern und Freiberuflern im Hotel-Restaurant „Zum Schnackel“ gegründet. Er schrieb sich Qualität, Leistung und Fortschritt auf seine Fahne. Laut Satzung bezweckt der Gewerbeverein „die Wahrnehmung und Förderung der gesamten wirtschaftlichen, beruflichen und sozialen Interessen seiner Mitglieder durch beratende Tätigkeit im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen. Nach einjähriger Vorbereitungszeit fand im September 1987 im Kasteler Bürgerhaus die erste Gewerbeschau statt. Vom „Kasteler Gewerbeverein“ wurden auch das „Rasselfest“, vorweihnachtliche Aktionen und das „Wirterennen“ initiiert.

Die Gesellschaft für Heimatgeschichte Kastel e. V. 1980

Die „Gesellschaft für Heimatgeschichte Kastel e. V. 1980“ (GHK) wurde am 26. September 1980 im Bürgerhaus von Mainz-Kastel gegründet. Als Initiator machte sich der Heimatforscher Fritz Diehl verdient. Bei der Gründungsversammlung traten 25 Bürger aus den Bereichen Wirtschaft, Handel, Banken und Politik der GHK bei. Die Satzung der GHK wurde von dem Rechtsanwalt und Notar Herbert Coen sowie von Fritz Diehl, Kurt Hebach, Adolf Schuchmann, Gregor Weeser-Krell, Manfred Kleinort, Heinz Michel und Horst Stange ausgearbeitet. Darin heißt es: „Der Satzungszweck wird durch die Förderung und Stärkung der Heimatpflege und Heimatkunde und der die Heimatgeschichte von Kastel betreffenden Wissenschaft und Forschung, Bildung und Erziehung verwirklicht“. Eine der ersten Aktivitäten war 1982 ein Diavortrag mit Bildern aus Alt-Kastel, um das Geschichtsbewusstsein der Einwohner zu wecken. 1984 weihte man das in einer Kasematte der Reduit eingerichtete „Historische Kasteler Zimmer“ ein, in dem römische Funde ausgestellt waren. 1987 gründete die GHK den Trajanus-Förderkreis zur Unterstützung der kulturellen Arbeit. Anlässlich der 2000-Jahr-Feier von Mainz-Kastel wurde am 9. Mai 1999 das „Museum Castellum“ in der Reduit eröffnet. Die GHK gab die Geschichtsbücher „Von Castellum bis Kastel“ (1985) und „2000 Jahre Kastel in Wort und Bild“ (1990) aus der Feder von Fritz Diehl heraus. 1997 erwarb die GHK die „Bastion von Schönborn“ am Rheinufer von Mainz-Kastel, die 1998 mit Kasteler Flößermuseum, Gastronomie und Biergarten eröffnet wurde.
Gesellschaft für Heimatgeschichte Kastel e. V. 1980
Rheinufer, 55252 Mainz-Kastel,
Telefon 06134/65272 oder 62993

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Literatur über Mainz-Kastel
DIEHL, Fritz: Von Castellum bis Kastel, Mainz-Kastel 1985
DIEHL, Fritz: 2000 Jahre Kastel. Jubiläumsbuch zur 2000-Jahr-Feier, Mainz-Kastel 1990
DIEHL, Fritz: 2000 Jahre Kastel in Wort und Bild, Mainz-Kastel 1990

Der Taucher Kurt Planitzer aus Mainz-Kastel

Kurt Planitzer ging als Tauchermeister in die Ortsgeschichte von Mainz-Kastel ein. Er kümmerte sich unter anderem darum, dass die Waschbrücke („Waschbrickelche“) am Rheinufer, an der Kasteler Frauen schmutzige Wäsche wuschen, einsatzfähig blieb. Außerdem war er am Wiederaufbau der Rheinbrücke zwischen Mainz-Kastel und Mainz beteiligt und nahm Reparaturen an Schiffsrümpfen vor. Einer seiner mehr als 27 Kilogramm schweren Taucherschuhe wird im „Museum Castellum“ aufbewahrt.

Die Ludwigsplatzschule in Mainz-Kastel

Ludwigsplatzschule hieß die Schule am Ludwigsplatz in Mainz-Kastel, die am 12. August 1911 eingeweiht wurde. Durch ihren Bau löste die Stadt Mainz das Versprechen ein, nach der Eingemeindung im Jahre 1908 in Kastel eine Schule zu errichten. Erster Rektor der Ludwigsplatzschule war der Hauptschullehrer Butz. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges (1914–1918) diente diese Schule als Rekrutendepot, danach wurde dort eine Klasse mit französischen Schülern unterrichtet. Nach einem schweren Luftangriff auf Mainz während des Zweiten Weltkriegs (1939–1945) nahm die Ludwigsplatzschule einige obdachlose Klassen der Mainzer Mittelschule auf. Beim Luftangriff im September 1944 auf Mainz-Kastel brannten die Turnhalle und das Hausmeisterwohnhaus nieder. Das unzerstörte Hauptschulgebäude diente danach als Sitz von Ortsverwaltung, Polizei, Standesamt, Wirtschaftsamt, Ernährungsamt, Post und Apotheke. In einem Schulsaal richtete man einen behelfsmäßigen Betsaal ein. 1953 wurde der zerstörte Zeichensaal zu einer modernen Aula ausgebaut. Ab 1963 hieß die Volksschule am Ludwigsplatz „Gustav-Stresemann-Schule“. Von 1966 an gehörte die Pavillonschule „In der Witz“ – bis dahin als „Wilhelm-Leuschner-Grundschule“ bezeichnet – zur „Gustav-Stresemann-Schule“ am Ludwigsplatz. Beide Schulen hatten nun eine Schulleitung. Am 19. Januar 1989 wurde die renovierungsbedürftige Turnhalle nach dem Umbau eingeweiht. Dank der Spende eines Wiesbadener Unternehmens und durch die Hilfe des Kasteler Ortsbeirates war es möglich, eine Schuldruckerei einzurichten.Um letztere hat sich der Kasteler Schriftsetzer Peter Muttke besondere Verdienste erworben.

Das Rathaus von Kastel

Mitte des 14. Jahrhunderts tagten der Schultheiß und das Gericht im Beisein sämtlicher Männer der Gemeinde Kastel im Freien auf dem Kirchhof bei der katholischen Kirche. 1510 wurde erstmals ein Gerichts- oder Rathaus erwähnt. An einer Ecke des Gebäudes befand sich die Schandsäule, auf deren Podest Verurteilte an Eisenschellen gefesselt stehen mussten. 1667 wurde das Rathaus instandgesetzt. 1689 brannten französische Soldaten Kastel nieder, damit die anrückenden Deutschen dort keinen Schutz finden sollten. Dabei wurde auch das Rathaus zerstört. 1694 veräußerte die Gemeinde das Trümmergrundstück, auf dem das Rathaus gestanden hatte, für 40 Gulden an den Oberschultheiß, kaufte es aber nach dessen Tod zurück. Mit der Summe, die der Gemeindebäcker der Gemeinde lieh, richtete diese das Gemeindebackhaus an der Ecke Schützenstraße/Rathausstraße gegenüber dem Pfarrhof als Rathaus ein. Dort wurde die Ausrüstung der Landmiliz sowie die Feuerspritze mit den Feuereimern untergebracht. Am 23. Juli 1755 beschloss die Gemeinde, auf dem alten Standplatz des Rathauses ein neues zu errichten. Das für 4500 Gulden erbaute neue Rathaus wurde 1756 bezogen. In das Mauerwerk fügte man angeblich einen Stein der einstigen Römerbrücke über den Rhein ein. Über dem Eingang stand die lateinische Inschrift „De Labore et aere Castellensium“ – zu deutsch: „Von der Arbeit und dem Geld der Kasteler erbaut“. Das Behelfsrathaus im Gemeindebackhaus wurde für 1050 Gulden an den Bäcker verkauft. 1786 zog der Amtsvogt von Kastel, damals der höchste kurfürstliche Beamte im Ort, in den oberen Stock des Rathauses ein. Obwohl er eine jährliche Miete entrichten sollte, zahlte er bis 1792 nichts. Zwischen 1792 und 1914 waren französische Soldaten im Rathaus einquartiert. Während der Belagerung 1813/1814 diente das Rathaus als Lazarett für französische Soldaten. Um 1820 brach im Rathaus ein Feuer aus, dem viele wichtige Urkunden zum Opfer fielen. Nach dem Abriss des Rathauses in den 1880-er Jahren errichtete man stattdessen ein großes dreigeschossiges Blendsteinhaus, das neben den kleinen einstöckigen Kasteler Wohnhäusern riesig wirkte. Im Kellergeschoß waren Haushaltskeller, eine Waschküche, ein Gefängnis und Fuhrwerkswagen untergebracht. Im Erdgeschoß befand sich die Bürgermeisterei und in den oberen Stockwerken wohnten Lehrerfamilien. 1911 zogen die Ortsverwaltung und die Polizei in die nach dem Neubau der Ludwigsplatzschule leergewordene alte Schule. Bei einem Bombenangriff am 8. September 1944 wurde das Rathaus zerstört. Danach quartierte man die Ortsverwaltung und die Polizei in die Ludwigsplatzschule ein. Im Herbst 1949 zogen die Ortsverwaltung und die Polizei in ein Haus der Straße „In der Witz“ ein, das die Hutfabrik Kubach verlassen hatte.

Das Castellum Mattiacorum

Kastel gilt als einziger Ort in Hessen, der noch heute seinen römischen Namen trägt. Das Wort Kastel wurde von „Castellum Mattiacorum“ abgeleitet. So hieß die einstige Befestigung zum Schutz des römischen Rheinübergangs bei Mainz. Als Drusus 10 v. Chr. die Feldzüge zur Eroberung Germaniens begann, bauten die Mainzer Legionen eine hölzerne Brücke. Von dem ersten vermutlich ebenfalls aus Holz errichteten Kastell kennt man keine Reste. Das hölzerne Brückenkopfkastell blieb offenbar bis zum Vierkaiserjahr 69 n. Chr. erhalten, dann wurde es vermutlich zerstört. Um 71 n. Chr. wurde ein kleines Steinkastell mit einer Fläche von etwa 0,7 Hektar erbaut und die Rheinbrücke nun aus Stein erneuert. Neben dem Steinkastell entstand ein Lagerdorf (vicus) unmittelbar im Nordosten an das Kastell und an den Ehrenbogen anschließend. Der an einer sehr verkehrsgünstigen Stelle liegende Vicus wuchs in den friedlichen Jahrzehnten des 2. Jahrhunderts weit über seine ursprünglichen Grenzen hinaus. Er erhielt einen prächtigen Thermenbau, der an den Aquaedukt des Vicus angeschlossen war. Kastel wurde in der Mitte des 3. Jahrhunderts von den Germanen zerstört. Um 300 n. Chr. erlangte das „Castellum Mattiacorum“ noch einmal seine alte Bedeutung als Brückenkopfbefestigung. Damals war die römische Rheinbrücke wiederhergestellt worden und erforderte am rechten Rheinufer eine militärische Sicherung. Das weitere Schicksal dieser Brückenkopfbefestigung ist unbekannt. Aus ihrem Bereich kam ein Schatzfund aus dem Anfang des 5. Jahrhunderts zum Vorschein, der als der späteste Römerfund Hessens gilt.

Das Pestjahr 1666 in Mainz-Kastel

Das schlimmste Pestjahr in der Geschichte von Kastel war 1666. Damals wurden von den 920 Einwohnern mehr als 500 durch die Seuche hinweggerafft – also über die Hälfte. Um die katholische Kirche „St. Georg“ erbaute man die Pestmauer zur Eindämmung der Seuche. Hinter dieser Mauer wurden Kranke betreut und Verstorbene in und um das Gotteshaus bestattet. Der Mainzer Kurfürst sandte den Krankenpfleger Leopold Weigelsberger nach Kastel, der aber nicht viel ausrichten konnte. Weigelsberger wurde von der Gemeinde Kastel für seine Arbeit und Arznei mit rund 1750 Liter Wein bezahlt. Die Christen in Kastel beteten viel in ihrer Not und erkoren den heiligen Rochus zum Schutzpatron. 1666 und später gelobten die leidgeprüften Kasteler Einwohner, wenn diese schreckliche Plage einmal zu Ende gehe und „über tzwanzig Personen nit mehr krank geworden noch gestorben seindt“, auf ewige Zeiten bei einer Wallfahrt zur Kirche „Heilig Kreuz“ auf einer Anhöhe zwischen Mainz und Weisenau eine 15-pfündige Kerze mitzutragen. Zwei Jahre nach diesem Gelübbde kam es kaum noch zu Pesterkrankungen. Der Mainzer Schultheiß bat in einer Bittschrift an den Mainzer Erzbischof Hartrad von der Leyen um die Erlaubnis, die Wallfahrt durchführen zu dürfen. Das Bestätigungsschreiben „Des Auff S. Rochi Tag vovirten Feyertagss“ mit dem Siegel des Erzbischofs von 1678 ist noch heute erhalten und wird im Pfarrarchiv Mainz-Kastel aufbewahrt. Nachdem die Kirche „Heilig Kreuz“ bei den kriegerischen Ereignissen des Jahres 1793 zerstört wurde, führte man alljährlich eine Bußprozession in Kastel durch. Anlässlich des Rochusfestes 1991 ließ die „Gesellschaft für Heimatkunde Kastel 1980 e. V.“ (GHK) an einem Restteil der Pestmauer in der Rathausstraße eine steinerne Gedenktafel anbringen, die an das „Jahr der Ohnmacht“ 1666 erinnert.

Der Cyperus-Park von Mainz-Kastel

Mainz-Kastel - Der Cyperus-Park des „Vereins für Aquarien- und Terrarienkunde und Naturschutz e. V. 1901 Mainz“ am Petersberg in Mainz-Kastel bietet zahlreiche botanische und zoologische Attraktionen: von drei Quellen gespeiste Naturweiher, alte Buchen, Ulmen und Weiden sowie ein Schauhaus mit Terrarien. Der Cyperus-Park ist auch im Internet vertreten: http://www.cyperus1901.deCyperus-Park, Bierstädter Weg 1a,
55252 Mainz-Kastel,
Öffnungszeiten: 10–18 Uhr an Sonn- und Feiertagen. An Samstagen ist der Zutritt möglich, wenn sich Mitglieder des Vereins auf dem Gelände aufhalten. Der Eintritt ist frei.

Museen in Mainz-Kastel

Kasteler Flößermuseum

Das „Kasteler Flößermuseum“ befindet sich im ersten Obergeschoss der so genannten „Bastion von Schönborn“ am Rheinufer von Mainz-Kastel. Die Bastion diente einst als Festungsanlage und schützte die südöstliche Flanke der zwischen 1830 und 1832 erbauten Reduit-Kaserne. 1998 kaufte die „Gesellschaft für Heimatgeschichte Kastel e. V. 1980“ die Bastion, sanierte sie und eröffenete sie 1999 zusammen mit dem „Kasteler Flößermuseum“, Gastronomie und einem Biergarten. Das Flößermuseum informiert über die mehr als vier Jahrhunderte lang in Kastel udn Kostheim ausgeführte Flößerei. Die Ausstellung konnte dank der Unterstützung der Nachfolgegeneration des einstigen Kasteler Floßherrn Mathias Wagner sowie von Kasteler und Kostheimer Bürgern realisiert werden.
Öffnungszeiten: täglich ab 11 Uhr

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Museum Castellum

Die Idee, die Kasteler Geschichte in einem Museum zu präsentieren, stammt von Fritz Diehl. Sie begann Wirklichkeit zu werden, als 1984 in einer Kasematte der Reduit, einer ehemaligen Kaserne am Rheinufer, das „Historische Kasteler Zimmer“ eröffnet wurde. In der während der Nachkriegszeit als Autoreparaturwerkstatt genutzten Kasematte schufen Mitglieder der „Gesellschaft für Heimatgeschichte Kastel e. V. 1980“ (GHK) ein wahres Schmuckstück. Nach einer räumlichen Ausdehnung wurde das „Historische Kasteler Zimmer“ auf Initiative von Fritz Diehl zum „Fastnachtskabinett“ umgestaltet. Anlässlich der 2000-Jahr-Feier von Mainz-Kastel wurde 1990 das „Museum Castellum“ eröffnet. Es ist in sieben Kasematten und einigen kleineren Räumen der Reduit untergebracht. Bei den Ausstellungsstückes handelt es sich vor allem um Funde aus Mainz-Kastel, die dem Museum als Dauerleihgabe überlassen wurden. Die beiden wichtigsten Leihgeber für Funde aus der Römerzeit sind die Landesmuseen in Mainz und Wiesbaden. Gezeigt werden römische Keramiken für den Alltag und für Bestattungen, Ziegel, Wasserleitungssegmente, Werkzeuge, ein Arztbesteck, Schlüssel, Münzen, Schmuckstücke, Spielsteine sowie Gläser. Es gibt die Abteilungen Trajanussaal (Eponate der Früh- und Römerzeit), Kleine Steinhalle, Jupitersaal, Fastnachtskabinett, Kurfürstenzimmer, Vom Mittelalter zur Renassance, Historische Setzerei, Kastel im 18. und 19. Jahrhundert, Das 19. und 20. Jahrhundert. „Babbelzimmer“ und „Hermann-Wüst-Saal“.
Museum Castellum, Rheinufer 5,
Telefon 06134/65272 und 62993,
Öffnungszeiten: Februar bis November jeden Sonntag 10.30–12.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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Museum Römischer Ehrenbogen

Im „Museum Römischer Ehrenbogen“ in der Großen Kirchenstraße von Mainz-Kastel ist das Fundament des dreitorigen Ehrenbogens zu sehen, das Mainzer Legionen zu Beginn des 1. Jahrhunderts n. Chr. im „Castellum Mattiacorum“ (Kastel) errichteten. Das epochalste Bauwerk nördlich der Alpen sollte an den kaiserlichen Prinzen Germanicus und an die römischen Siege über die Germanen erinnern. Durch den Ehrenbogen des Germanicus verlief damals die Hauptstraße von Mainz nach Hofheim und bis weit hinein nach Germanien. Der 17 Meter hohe Ehrenbogen von Kastel wurde vermutlich von einer überlebensgroßen Statuengruppe aus vergoldeter Bronze gekrönt. Mit seinen Ausmaßen ist er nur mit den Triumphbögen in Rom vergleichbar. Schautafeln im Museum erklären den Ehrenbogen und sein historisches Umfeld.
Öffnungszeiten des Museums „Römischer Ehrenbogen“: April bis November jeden Sonntag 10.30–12.30 Uhr, jeden ersten Donnerstag eines Monats 9–12 Uhr

Römische Meilensteine in Mainz-Kastel

1896 wurden in der Großen Kirchenstraße in Kastel in unterschiedlicher Tiefe zwei jeweils etwa anderthalb Meter hohe römische Meilensteine entdeckt. Sie befanden sich an der Stelle, wo ehedem die Straße nach „Aquae Mattiacae“ (Wiesbaden) abzweigte. Der ältere Meilenstein stammt aus dem Jahr 122 n. Chr. Seine lateinische Inschrift heißt ins Deutsche übersetzt: „Dem Imperator Caesar Traianus Hadrianus Augustus, Sohn des unter die Götter aufgenommenen Traianus Parthicus, Enkel des unter die Götter aufgenommenen Nerva, Pontifex Maximus, Im 6. Jahr seiner tribunicischen Gewalt, zum 3. Mal Consul, dem Vater des Vaterlandes, Von Aquae Mattiacorum 6 Meilen entfernt“. Da eine römische Meile 1000 Doppelschritte oder 1,479 Kilometer entspricht betrug die Entfernung von diesem Meilenstein nach „Aquae Mattiacorum“ etwa neun Kilometer. – Auf dem jüngeren Meilenstein gab man die Entfernung nach „Aquae Mattiacorum“ mit „vier Leugen“ an. Die Leuge (etwa 2,52 Kilometer) als Wegemaß wurde erst seit 202 n. Chr. verwendet. Die an den Kaiser – vermutlich Caracalla (186–217) – gerichtete Widmung auf diesem Meilenstein blieb nicht erhalten. Kopien beider Meilensteine wurden an der Ecke Große Kirchenstraße/Zehnthofstraße aufgestellt. Die Originale befinden sich im Landesmuseum Mainz.

Lyoner Bleimedaillon zeigt steinerne Rheinbrücke zwischen Mainz und Kastel

Das so genannte „Lyoner Bleimedaillon“ wurde 1862 im Flusssand der Saône in Lyon (Frankreich) entdeckt. Dabei handelt es sich um den Probeabschlag eines Prägestempels für das Rückseitenbild einer Goldmedaille, die um 297 n. Chr. entstand. Im oberen Teil des „Lyoner Bleimedaillons“ sind unter der Inschrift „SAECVLI FELICTITAS“ die römischen Kaiser Maximianus Herculis (um 240–310) und Constantin I. Chlorus (um 250–306) auf dem Thron mit Leibwache abgebildet. Den Kaisern nähert sich eine Gruppe von Männern, Frauen und Kindern mit flehenden oder dankenden Gesten. Auf dem unteren Teil zeigt das Medaillon das blühende römische Mainz („Mogontiacum“), den Rhein, die steinerne Rheinbrücke und Kastel („Castellum Mattiacorum“). Über die Brücke geht eine Gruppe von Personen. Die Abbildung wird mit einer unter den Kaisern Maximiamus Herculis und Constantin I. Chlorus 297 n. Chr. durchgeführten Ansiedlung kriegsgefangener Franken in Gallien in Verbindung gebracht. Das Motiv auf dem Lyoner Bleimedaillon gilt als die älteste bildliche Darstellung von Mainz und Kastel. Der Originalfund mit einem Durchmesser von 7,5 Zentimetern wird im Cabinet des Medailles in Paris aufbewahrt.